Wie begegne ich rechten Stammtischparolen argumentativ, frage nach oder widerspreche?
Am 16. Februar 2025 fand im Engelscher Hof in Röbel von 19 bis 21 Uhr die öffentliche Grünschnack Veranstaltung „Wirksam widersprechen – Rechten Narrativen begegnen“ mit 19 Teilnehmenden statt. Der Grünschnack wird vom Ortsverband Röbel von Bündnis90/Die Grünen organisiert.
Inhaltlich ging es um schwierige Gesprächssituationen und in diesen konstruktiv eine Meinung zu artikulieren. Wichtig ist das Miteinander im Gespräch bleiben, dabei aber extremistische Aussagen von rechts Aussen nicht unwidersprochen zu lassen. Etwas, dass wir alle häufig erleben, aber danach meistens irgendwie frustriert und unzufrieden sind.

Der Referent kam von der Initiative „Alle Zusammen“, die ein positiv besetztes, solidarisches Bild von MV vermitteln wollen. Die Inhalte basieren auf dem Workshop der Stammtischkämpfer*innen vom Bündnis „Aufstehen-gegen-Rassismus.de“. Anmeldungen für zukünftige Workshops sind über die homepage möglich.
In einer schwierigen Gesprächssituation geht es zuerst darum sie einschätzen (Ort, Zeit, anwesende Personen) und die Handlungsoptionen: Wie sinnvoll ist es zu diskutieren / Was ist mein persönliches Ziel? abzuwägen.
Während des Gesprächs hilft Nachfragen & Hinterfragen, Perspektivwechsel anregen & Empathie einfordern („Wie würdest Du Dich fühlen, wenn so über Dich gesprochen würde?“). Wenn ein Wortschwall über einen hereinbricht, unbedingt auf ein Thema bestehen (am besten eins, in welchem frau/man sich auskennt). Zuspitzen und Konsequenzen des Gesagten aufzeigen, Relativierungen hinterfragen und illustrieren, positive Leitbegriffe, Werte und Visionen einbringen, Humor – wenn möglich.
Typische rechte Argumentationsmuster sind „Der Flickenteppich“: Bei dieser Aneinanderreihung von diversen Behauptungen soll das Gegenüber handlungsunfähig machen. Beim der Täter-Opfer-Umkehr ist das Ziel Relativierung und Verharmlosung.
In der Diskussion der Veranstaltung wurde festgestellt, dass Argumentieren mit Daten & Fakten nicht mehr funktioniert. Tagesschau, Spiegel oder amtliche Statistiken werden abgelehnt und verspottet als Lügenpresse oder gefälscht, und wer diesen vertraut ist naiv.
Die Mehrheit muss sich mehr zeigen und öfter zu Wort melden im alltäglichen Gespräch. Aber wo ist die Grenze zwischen Gesicht zeigen und sich selber nicht in gefährliche Lagen bringen? Diese Angst wurde als großer als die reale Bedrohung eingeschätzt. Rechte spielen mit einem Klima der Angst, versuchen es zu erzeugen. Die Zivilgesellschaft darf keine Angst vor der Auseinandersetzung haben!
Eine Lehrerin berichtete von dem Einfluss der sozialen Medien, die den Jugendlichen primär rechte Inhalte vermitteln. Es braucht noch mehr Kanäle, die andere Inhalte vermitteln wie „Markant“ auf Instagram (@markant.online) und quellen.tv. Auch Satire & Humor kann ein erfolgreicher Ansatzpunkt bei Jugendlichen sein.
Es wurde erzählt, dass die Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft in Röbel zwar sehr gut vorbereitet war und durchgeführt wurde, aber dann kamen drei Frauen, die mit fake news / KI generierten Videos, die die Veranstaltung unterminierten.
Es wurde empfohlen, nicht dem Themen-Hopping in einem Gespräch hinterherrennen, sondern eigene Themen zu setzen mit Argumenten oder Beispielen, die aus eigener Erfahrung stammen, z.B. was früher im eigenen Garten blüht als vor dem Klimawandel.
Auf reale, konkrete Probleme sollte unbedingt eingegangen werden.
Die nächste Grünschnack Veranstaltung findet 20. April um 19:00 Uhr im Engelscher Hof in Röbel statt mit dem Thema: „Was/wem kann ich noch glauben? Strategien gegen Fake-News, KI und Verschwörungsmythen“.
Weitere Termine:
- Frauenfrühstück am Samstag, 7. März ab 10 Uhr im Engelscher Hof
- Treffen des Ortsverbandes Röbel: Montag, 16. März 2026 um 19:00 Uhr im Café am Ziegenmarkt





