Die geplanten Kürzungen im Haushalt der Stadt Neustrelitz werden direkte Auswirkungen auf das soziokulturelle Leben unserer Stadt haben. Insbesondere die Einsparungspläne beim Etat des Kulturquartiers lassen erahnen, welche Folgen dies für die Lebensqualität der Neustrelitzerinnen und Neustrelitzer, aber auch für die touristische Attraktivität der Stadt haben könnte.
Das Kulturquartier ist weit mehr als eine „freiwillige Aufgabe“ im städtischen Haushalt. Es ist ein zentraler Ort des Wissens, der Begegnung und der Identität unserer Stadt. Als öffentliche Bibliothek, Museum, Archiv und außerschulischer Bildungsort bietet es allen Generationen freien Zugang zu Bildung, Kultur und Austausch. Es ist ein lebendiger Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, für Familien, Schulen, Vereine und Gäste. Ein offenes Haus für alle.
Die beeindruckende Entwicklung der vergangenen Jahre, steigende Besucherzahlen, wachsende Bibliotheksanmeldungen sowie erhebliche Eigenleistungen durch Einsparungen und zusätzliche Einnahmen, belegen, mit wie viel Verantwortungsbewusstsein und Engagement hier gearbeitet wird. Trotz gestiegener Betriebs-, Gebäude- und IT-Kosten wurde wirtschaftlich gehandelt und die vereinbarten Leistungen zuverlässig erbracht.
Eine Deckelung beziehungsweise Kürzung der finanziellen Mittel birgt jedoch das Risiko, dass Qualität, Angebotsvielfalt und Öffnungszeiten langfristig nicht aufrechterhalten werden können. Einschränkungen würden nicht nur das Haus selbst treffen, sondern die kulturelle Infrastruktur der gesamten Stadt schwächen.
Gerade in finanziell schwierigen Zeiten sind Orte der Bildung, Orientierung und Gemeinschaft von unschätzbarem Wert für gesellschaftliche Teilhabe und eine lebendige Demokratie.
Dass angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage Einsparungen notwendig erscheinen, darf nicht dazu führen, Projekte mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus zu schwächen oder in ihrer Existenz zu gefährden. Das Kulturquartier verdient daher unsere klare Unterstützung. Es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, fördert Bildung und kulturelle Teilhabe und trägt wesentlich zur Attraktivität und Lebensqualität unserer Stadt bei. Sein Fortbestand in voller Leistungsfähigkeit liegt im Interesse der gesamten Gemeinschaft.





