12.12.2019

Mirower SPD und Grüne wollen mehr Öko auf städtischen Pachtflächen

Tobias Müller-Deku von den GRÜNEN in Mirow

Auch die Stadt Mirow könnte ihren Beitrag leisten, wenn es um den Schutz natürlicher Ressourcen geht – und zwar dann, wenn landwirtschaftliche Flächen der Stadt neu verpachtet werden. Das findet die Fraktion SPD/Grüne und hatte daher am Dienstagabend einen Vorstoß in der Mirower Stadtvertretung gewagt. Ein Antrag der Fraktion, der schließlich heiß diskutiert werden sollte, zielte auf eine künftige Beurteilung von Pächtern in spe nach ökologischen Gesichtspunkten ab.

Auch gut für den naturnahen Tourismus

Die Stadt solle bei der Verpachtung auf eine ökologisch verträgliche beziehungsweise nachhaltige Bewirtschaftung achten, heißt es darin. Es seien Kriterien anzusetzen, wonach zum Beispiel zu berücksichtigen ist, ob auf Pflanzenschutzmittel, Biozide und Gentechnik verzichtet und auf Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt gesetzt wird. Weitere Punkte wie der Einsatz regenerativer Energien, extensives Wirtschaften, vielfältige Fruchtfolgen oder der minimierte Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Gülle wurden zudem genannt. Durch die Einbeziehung der Kriterien beim Vergabeprozess nehme die Stadt Einfluss auf die Bewirtschaftung der Pachtflächen und werde dadurch ihrer Verantwortung zur notwendigen Verbesserung der ökologischen Situation im Gemeindegebiet und zum Schutz des Klimas gerecht, begründen SPD und Grüne ihren Antrag. Zudem würde sich der Erholungswert der Landschaft erhöhen und so auch der naturnahe Tourismus gefördert.

Auf viel Gegenliebe stieß das Papier in der Mirower Stadtvertretung jedoch nicht. „Wir haben hier wieder etwas vorliegen, wo über die Köpfe der Bauern hinweg entschieden werden soll“, sagte Karlo Schmettau (FDP). Da müsse man sich nicht wundern, wenn die Landwirte nach Berlin fahren, um zu demonstrieren. Wie seien die Bodenpunkte in der Region? Wie kommen die Bauern zurecht? Schmettau plädierte dafür, sich zunächst ein Bild von der Lage der örtlich ansässigen Landwirtschaftsbetriebe zu machen. Auch Mirows Bürgermeister Henry Tesch (CDU) fand, dass der „aus der Hüfte geschossene Antrag“ nicht die feine Art sei.

Bereits mit Bauern darüber diskutiert

Zwischen den Zeilen war dabei herauszuhören, dass es offenbar aber bereits fraktionsübergreifend erste Gespräche zum Thema gab. Nach den Worten von Grünen-Stadtvertreter Tobias Müller-Deku sei es seiner Fraktion darum gegangen, Prozesse zu beschleunigen. Das Ganze solle einen Schub bekommen. Gegen die Kritik, wonach die Bauern nicht angehört wurden, verwahrte er sich. „Wir hatten im Vorfeld zu einem grünen Stammtisch eingeladen, auf dem es hoch herging“, erklärte Müller-Deku. So seien viele Landwirte und Vertreter vom Bauernverband der Einladung der Grünen gefolgt. Der jetzige Antrag sei daher bereits ein Kompromiss und erfülle einige Forderungen der Bauern. Zum Beispiel sei darin nicht der Vorrang von Bio-Landwirten festgehalten. Ebenso wenig sei der Kriterienkatalog als Dogma zu verstehen.

Frank Thederan (CDU) verwies darauf, dass es einen Fachausschuss gibt, der solche Anliegen zunächst zu bewerten habe. „Ich verstehe nicht, warum das Thema nicht erst dort beraten wurde“, erklärte er. Auch Schmettau fand, dass sich der Bau- und Landwirtschaftsausschuss die drei größten Pächter der Stadt einladen könnte, um mit ihnen die Lage zu besprechen. Dem Antrag von CDU und FDP, das Thema in den Fachausschuss zu verweisen, wurde letztlich stattgegeben.

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