04.11.2020

B96 - was nun? Alte Planung noch zeitgemäß?

B96- was nun ? Alte Planung noch zeitgemäß?

Im Entwicklungsbeirat zur B 96 wird am kommenden Dienstag der aktuelle Planungsstand zur B 96 vorgestellt. Noch immer stehen in der Region zumindest die Wirtschaftsverbände zu den Ausbauplänen. Es gibt aber auch Kritik an den überdimensionierten Planungen und konstruktive Vorschläge durch das Aktionsbündnis B 96 Ausbau – So nicht!

Hierzu meint Jutta Wegner, verkehrspolitsche Sprecherin des Kreisverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburgische Seenplatte: „Wir leben in einer Zeit, in der niemand mehr ernsthaft Zweifel am Klimawandel hat. In einer solchen Zeit an jahrzehntealten Plänen festzuhalten, die Natur vernichtet und Lebensräume zerstört, ist kontraproduktiv. Wir müssen endlich umdenken. Die Umsetzung des Bundesverkehrswegeplanes muss für Straßenbauprojekte ausgesetzt werden und auf den Prüfstand. Das Aktionsbündnis fordert zu Recht, dass es keine parallelen Straßenführungen zur alten B 96 geben darf, eine ausreichende Anzahl von Überholmöglichkeiten kann auch mit einem geringeren Bauvolumen erreicht werden. Mehr als 100 Mio Euro zu verbauen, um rechnerisch 3 Minuten schneller in Neustrelitz zu sein, da käme doch kein normaler Mensch drauf!“

Dr. Jutta Haas, Ärztin und Anwohnerin an der Strecke, ergänzt: „Gerade in der aktuellen Pandemielage sollten wir auf die Wissenschaft hören, die auf den Zusammenhang zwischen der immer fortschreitenden Einschränkung des natürlichen Lebensraumes der Tiere und damit einhergehend der steigenden räumlichen Nähe von Mensch und Wildtieren hinweist. Hierdurch wird das Überspringen pathogener Keime auf den Menschen erleichtert und weitere Pandemien werden wahrscheinlicher.“

Beide Frauen fordern einen behutsamen Ausbau der B 96 mit Überholspuren und Verwendung der dadurch freiwerdenden Gelder für eine Verbesserung des Nahverkehrs mit besserer Anbindung kleinerer Ortschaften, Verlagerung des LKW-Verkehrs auf die Schiene oder mindestens auf die A 20. Nur so kann die klimapolitisch notwendige Verringerung des individuellen Verkehrs gelingen. Jutta Wegner spitzt noch einmal zu: „Menschen brauchen die Wahl, mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sein wollen. Das aktuelle Angebot im Nahverkehr ist eine Bankrotterklärung! Hier müssen wir investieren und nicht in unnötige Straßen.“

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